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Kleines Steuer- Einmaleins Teil 5: Telefonkosten absetzen als Freiberufler und ...

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Letzte Woche erhielt ich einen Leserbrief mit der Frage, ob man als Freiberufler Telefonkosten von der Steuer absetzen kann. Beruflich veranlasste Telefonate und Kosten, die in diesem Zusammenhang stehen, können als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Diese Telefonkosten können abgesetzt werden

  • Gesprächsgebühren
  • Grundgebühren des Anschlusses
  • Instandhaltungskosten und Reparaturen
  • Anschaffungskosten der Geräte wie Mobiltelefon, Telefonanlage, Faxe, Router

Variante 1: Ein privates und ein Geschäfts-Telefon

 

Wer den Luxus eines separaten Geschäftstelefons besitzt, kann dieses komplett abrechnen. Das setzt natürlich voraus, das es noch ein privates Telefon gibt, denn kein Finanzamt glaubt, dass nur geschäftlich und nie Privat telefoniert wird. Das muss nachvollziehbar sein. Dann sind alle Kosten dieses Anschlusses absetzbar.

Variante 2: Telefon wird beruflich und privat genutzt

Die meisten Freiberufler nutzen ihren Anschluss privat und geschäftlich. Das ist auch sinnvoll wenn es keine konkreten Sprechzeiten gibt. Hierfür gibt es 2 Lösungen.

20% Pauschale, maximal 20 Euro im Monat

Bei der ersten Möglichkeit werden 20% der Telefonkosten pauschal als Betriebsausgaben geltend gemacht. Das ist die einfachste Variante. Dabei darf maximal ein Betrag von 20 Euro monatlich abgerechnet werden.

*Update: Nachdem ich mich mit einem Fachmann das Thema besprochen habe weiß ich jetzt, dass die “20% und 20 Euro im Monat Regelung” nur für Werbungskosten bie Arbeitnehmer gelten. Ich selber habe meine Steuererklärung als Freiberufler nach diesem Schema abgerechnet und es wurde in meinem Fall anerkannt. Am besten und am Lukrativsten ist dann also die nächste Variante mit dem Einzelverbindungsnachweis.

Einzelverbindungsnachweis

Wer weitaus mehr beruflich telefoniert, für den lohnt sich die Aufschlüsselung eines Einzelnverbindungsnachweises. Dafür verlangt das Finanzamt eine ausführliche Auflistung, welche Telefonate beruflich und welche privater Natur sind. Diese Daten müssen über drei Monate gesammelt werden, um dann den prozentualen Anteil der Kosten zu ermitteln. Dabei kann man die drei Monate im Jahr legen, wie man möchte. Sie müssen nur am Stück, also ohne Unterbrechung sein. Daraus ermittelt man dann seinen individuellen geschäftlichen Prozentsatz und wendet diesen auf die Telefonkosten des gesamten Jahres an. Wenn sich in den nächsten Jahren die geschäftlichen Voraussetzungen bei der Telefonnutzung nicht wesentlich ändern, dann nimmt man den gleichen Prozentsatz weiterhin an.

Die Aufschlüsselung muss folgende Punkte enthalten:

 

  • Datum und die Uhrzeit des Gesprächs
  • Nummer des Empfängers bei Telefonaten / Faxen
  • Name des Empfängers
  • Kosten des Gespräches
  • Grund des Gespräches / des Faxes

Man kann also sehen, dass der Aufwand nicht unerheblich ist und nur in Frage kommt, wenn die Gesprächskosten die 20 Euro Pauschale weit überschreiten.

Literatur

Ich empfehle den Praxisleitfaden Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Er kostet 16,20 Euro und ist eine gute Hilfe bei Steuerfragen.

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