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Geheimnisvolle Arztvilla in Nordhessenist die Top-Adresse der Ruinen-Freaks | ...

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Behandlungsraum in der Bald Wildungener Urologen-Villa. Der Doktor ist bestimmt gleich zurück. Foto: Markus/Ingrid Novak

Was sollen die Geheimniskrämerei und das verschwörerische Flüstern in den einschlägigen Foren, in denen die genauen Koordinaten unter dem Deckmantel absoluter Verschwiegenheit nur in kryptischen Verfremdungen gehandelt werden? Machen wir uns nichts vor: Die verlassene Ärztevilla im Bad Wildungen ist inzwischen mindestens ebenso bekannt wie daselbst das Schloss Friedrichstein oder der Fürstenhof. Und das nicht nur unter ausgewiesenen “Urbexern”. Urbexer? Hat jetzt nix mit Urban Priol zu tun. Ist die Verkürzung von “Urban Exploration”. Damit ist die (private) Erforschung von Ruinen, sogenannter “Lost Places”, gemeint. Das sind häusliche, oder auch industrielle Anwesen, stillgelegt, verlassen und dem Verfall preisgegeben. Geheimnisvoll, verwunschen, rätselhaft. Mystisch und mitunter unerklärlich.

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Das ist nicht das Frühstücks-Büfett: in Formaldehyd eingelegte menschliche Organe, Nieren in verschiedenen Krankheitsphasen. Einige dieser Gläser sind zerbrochen, was für eine recht intensive Duftnote sorgt. Foto: Markus/Ingrid Novak

Den “Urbex”-Jüngern geht es darum, diese Stätten, die nicht selten von einer einzigartigen Aura durchdrungenen und umgeben sind, digital-fotografisch zu konservieren und zu  dokumentieren. Sie, von Abenteuerlust oder auch romantischen Vorstellungen getrieben, lockt der Reiz des Morbiden und der des Verfalls. Es sind Ästhetiker der Agonie, ja, auch Schatzsucher – und vielleicht dem Gestrigen verhaftete Träumer. Und sie sind darauf bedacht, den Kreis der “Wissenden” möglichst klein zu halten. Was im aktuellen Beispiel freilich vergebliche Liebesmüh war. Denn: Die unter dem Synonym “Villa Dr. Anna L” firmierende Baulichkeit in der nordhessischen Kur- und Bäderstadt zählt mittlerweile zu den angesagtesten Top- Adressen dieser Schattenreich-Kultur. Mit deren Bekanntheitsgrad kann allenfalls noch das frühere Promi-Hotel Geiger in Berchtesgaden mithalten. Siehe auch: http://www.rotorman.de/die-sehnsuchtsorte-der-ruinen-romantikerlost-places-der-morbide-charme-des-verfalls/

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Der „rote Salon“. Auf dem Notenbrett des verrottenden Grotrian-Steinweg-Flügels liegt die Paretitur von Schumanns “Album für die Jugend”. Möglicherweise wurde sie aber nachträglich dort platziert. Foto: Markus/Ingrid Novak

Es gibt deutschlandweit keinen zweiten solcher verlassener Sehnsuchtsorte, an dem noch eine derartige Materialfülle und ein solch persönlicher Detailreichtum der Vorbesitzer vorhanden ist. Deshalb wird diese Stätte auch nach wie vor so stark frequentiert, weshalb sie eigentlich, zumindest aus der Sicht puristischer “Rottenplacer“ als abgelutscht und verbrannt gilt. Der Hype geht so weit, dass die Adresse sogar gegen Bares gehandelt wird bzw. wurde. Wer ins Innere vordringt, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Immerhin handelt es sich um fremdes Eigentum, wessen auch immer.  Ob es vernachlässigt ist und verkommt, spielt da erst mal keine Rolle. Aber die Gefahr, eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch zu riskieren, schreckt die Wenigsten. Auch die Warnung, bei Betreten des Objektes würde in der nächsten Polizeidienststelle Alarm ausgelöst, fängt nicht. Es gibt im gesamten Haus keinen Strom.

Mystisches und Verschurbeltes

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Blick ins Badezimmer: Hier steht fast noch alles so, wie es die frühere Bewohnerin zurückgelassen hat. Gurgellösungen, Mundspülungen, Zahncreme und Parfüms inklusive. Foto: Markus/Ingrid Novak

Die hinter wucherndem Astwerk und Gestrüpp verborgene Stätte zieht entsprechend gepolte und orientierte Zeitgenossen an wie das Licht die Motten. Da hat sich in den vergangenen Jahren ein richtiger Tourismus entwickelt. Besucher und Neugierige kommen aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus dem benachbarten europäischen Ausland, um diesen geheimnisvollen Flecken, von dem sie schon so viel gehört und gelesen haben,  zu inspizieren. Viel Mystisches und Verschwurbeltes wird auch da hinein interpretiert. Sogar der Begriff “Horror-Villa” taucht auf. Selbst von einem “Dr. Pain”, der hier einmal praktiziert haben soll, ist die Rede. Und ein Eindringling will sogar eine Gestalt in einem Spiegel beobachtet haben, die real gar nicht existiert habe. Offenbar wirkt das Ambiente des Gebäudes stimulierend und beflügelnd auf die Fantasie gewisser Leute.

Etwas unheimlich ist es hier schon

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Die Bibliothek des Doktors. Auch hier haben Endringlinge arg gewütet. Foto: Markus/Ingrid Novak

Nichtsdestotrotz: Etwas unheimlich ist es hier schon. Was auch daran liegen mag, dass das Haus wirkt, als seien seine Bewohner nur mal eben schnell zum Einkaufen gegangen und würden jeden Moment zurückkehren. Wären da nicht die Spuren von Verfall und, ja, leider auch, Vandalismus, die dies als Illusion entlarven und den staunenden Betrachter jäh auf den Boden der Realität zurück holen. Überall finden sich Zeugnisse längst vergangenen Lebens, Hinterlassenschaften, Artefakte, wie dieses Video anschaulich zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=MsWwGx8iIZs&spfreload=10

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Hier könnte auch mal wieder aufgeräumt werden: Die Küche. Seit hier das letzte Mahl zubereitet worden ist, sind schon ein paar Jährchen vergangen. Wobei davon auszugehen ist, dass die Hausfrau nicht für dieses Durcheinander verantwortlich ist/war. Foto: Markus/Ingrid Novak

Eine fast noch vollständig eingerichtete Praxis

Im Untergeschoss ist bzw. war einst eine Urologen-Praxis untergebracht. Selbige ist nahezu noch vollständig eingerichtet und entsprechend zweifelsfrei als solche zu erkennen. Behandlungsstuhl, Patientenliegen, in Formaldehyd eingelegte menschliche Organe, Nieren in verschiedenen Krankheitsphasen. Einige dieser Gläser sind zerbrochen, was für eine recht intensive Duftnote sorgt. Medikamentenfläschchen, leere und halbvolle, stehen in Regalen und auf dem Labortisch, Aktenordner mit der Aufschrift “Prostata-Karzinom” belegen die Passion des Onkel Doktors. Pinzetten, Scheren, Spritzen mit eingetrockneten Blutresten, Abtropfschalen. Eine alte Adler-Schreibmaschine (Modell “Junior 10″), dahinter das Porträtfoto eines etwa zehnjährigen Knaben. Ein altes Grundig-Diktiergerät Typ „Stenorette“, ein Klinikkalender anno 1978, vergilbte Rezept- und Notizblöcke, Belege, Karteikarten, Fachzeitschriften. Trotz alledem: Dr. Frankensteins Labor hat anders ausgesehen.

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Tohuwabohu im Wohnzimmer: Das Werk von Vandalen. Die Balkenkonstruktion an der Decke lässt erahnen, wie gediegen es hier einst aussah. Foto: Markus/Ingrid Novak

Noch faszinierender und sehenswerter ist der ehemalige Wohnbereich in den oberen Etagen. Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten. Der Boden wird teilweise nur noch von einzelnen Streben gehalten. Die Wände sind feucht und schimmeln, die Tapeten fallen ab, die Holztüren und Balken werden morsch, Farbe blättert. Spuren von Verfall und (teilweiser mutwilliger) Zerstörung. Sieht man darüber hinweg, ebenso wie über Durcheinander ringsherum, scheint es, als sei die Zeit stehengeblieben. Eine gute Gelegenheit, in selbiger rückwärts zu reisen.

Lesestoff in Hülle und Fülle

In welche Lektüre sich die ehemaligen Bewohner u.a. vertieft haben, die gut sortierte Bibliothek mit Blick auf den völlig zugewachsenen Garten gibt Auskunft: Hemingway, Gustav Freitag, Simmel, Sandra Paretti, Goethe, Hegel. In einem anderen Raum liegen zwei Ausgaben der Medical Tribune auf dem Tisch. Erstaunlich gut erhalten ist die  aus über 20 Bänden bestehende gebundene Reihe von Collier’s Encyclopedia auf einem Regal im Flur. Darunter mehrere Ausgaben der Zeitschrift „Capital“. An der Garderobe hängen ein leichter Damen-Sommermantel sowie mehrere Herrenhüte, auf dem Tischchen daneben eine Vase mit einem (inzwischen natürlich) vertrockneten Blumenstrauß und ein Telefon.

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An der Garderobe im Eingangsbereich hängen ein leichter Damen-Sommermantel sowie mehrere Herrenhüte. Auf dem Tischchen daneben eine Vase mit einem (inzwischen natürlich) vertrockneten Blumenstrauß und ein Telefon. Foto: Markus/Ingrid Novak

Volle Schränke und ein Papst vor dem Doppelnett

Schränke und Schubladen sind prall gefüllt mit Kleidungsstücken und versinnbildlichen den modischen Wandel über Jahre hinweg. Teilweise ist deren Inhalt mutwillig herausgerissen und über dem Boden verstreut worden. Ebenso der der zahlreich in den Zimmern verteilter Büchervitrinen. In der Küche sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa: Das Werk hirnloser Vandalen. Und die alte Schelllackplatte auf dem Mono-Plattenspieler ist nicht von Lady Gaga! Von David A. Yallop hingegen stammt die gebundene Ausgabe von “Im Namen Gottes?” auf dem Fußboden im Schlafzimmer. “Der mysteriöse Tod des 33-Tage-Papstes Johannes Paul I”. Mysteriös ist hier einiges. Für vieles gibt es aber auch ganz einfache Erklärungen.

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Über Geschmack lässt sich streiten. Die rote Tapete mit dem bunten Blumenmuster im Treppenhaus fällt ab. Die Wände sind feucht und schimmeln, die Holztüren und Balken werden morsch, Farbe blättert. Foto: Markus/Ingrid Novak

Die Dinge wandeln sich ständig. Alles ist im Fluss, wie Heraklit zu sagen pflegte. Unter dem Besucherandrang der vergangenen Jahre haben Authentizität und Charme der Location, die ihre Jungfräulichkeit schon vor Jahren eingebüßt hat, natürlich gelitten. Leider nicht alle Visiteure fühlen sich dem Ehrenkodex gestandener “Urbexer” und Fotografen verpflichtet, in solchen Objekten grundsätzlich nichts zu berühren oder zu verändern, geschweige denn irgendetwas zu entwenden.

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Zugegeben, die Praxis wirkt ein klein wenig unaufgeräumt. Und die Kommunikationsgeräte sind auch nicht auf dem neuesten Stand. Vorne links ein altes „Stenorette“-Diktiergerät, daneben eine „Adler“-Schreibmaschine. Foto: Markus/Ingrid Novak

Da werden schon mal Einrichtungsgegenstände oder Accessoires neu arrangiert oder anderswo platziert, nur damit der Bildaufbau den eigenen Vorstellungen entspricht. Das kann auch bei der Papst-Schwarte im Schlafzimmer so gewesen sein. Vielleicht lag der Wälzer ursprünglich gar vor dem Fußende des mondänen Doppelbettes, sondern wurde vom Fotografen für diesen Zweck eben mal aus der Bibliothek nebenan entliehen. Und der präparierte, ausgestopfte Fuchs, der sich im Eingangsbereich auf einem Stuhl räkelt, dürfte ursprünglich auch ganz woanders geparkt gewesen sein.

Mumifizierter Hund auf Wanderschaft

Dafür wandert die mumifizierte, in ein Tuch geschlagene Hundeleiche wie von Zauberhand bewegt vom Dachboden ins Kellergeschoss und wieder zurück nach oben.
Was den kostbaren, inzwischen aber arg verrotteten Grotrian-Steinweg-Flügel angeht, ist hier ganz sicher “getürkt” worden, wenn auch nur marginal. Die Partitur auf dem Notenbrett, wie sie sich auf einem in Internet kursierenden Foto vom April vergangenen Jahres zeigte, ist nicht mit der vom November 2014 identisch. Da wurde kurzerhand ein rotes Titelblatt (“Klavierbuch für die Jugend”) hinzu gefügt. Macht sich im Farb- Kontrast schließlich besser. Und dass es sich bei der Ursprungsvorlage um Schumanns “Album für die Jugend” handelt, war auf der früheren Aufnahme auch nicht zu erkennen.

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In Szene gesetzt: Man kann davon ausgehen, dass weder der Hut auf der Sessellehne, noch der Damenschuh und der Schlüsselbund beim plötzlichen Auszug der Bewohnerin so dort gelegen haben. Sie wurden vermutlich nachträglich so dekorativ dort platziert. Foto: Markus/Ingrid Novak

Ebenso mag es sich mit dem malerisch auf dem Flügel drapierten Schachbrett verhalten, das auf Fotos aus unterschiedlichen Quellen mal links, mal rechts oder gar nicht zu sehen ist. Oder mit der Gitarre, die im Hintergrund an der Wand lehnt. Plötzlich war sie da – und wieder verschwunden. Auch der altmodische Kinderwagen scheint dahingehend ein Eigenleben zu entwickeln. Aber das hat keine übersinnlichen Ursachen.

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Stufen in die Vergangenheit. Im Obergeschoss ist allerdings Vorsicht geboten. Der Boden wird teilweise nur noch von einzelnen Streben gehalten. Foto: Markus/Ingrid Novak

Briefe, Kontoauszüge und eine Zahnprothese im Bad

Das Haus kann reden, kann erzählen und verrät  vieles über seine einstigen Bewohner. Während sich der Ehringshäuser Fotografen-Ehepaar Ingrid und  Markus Novak, von dem die bestechenden und atmosphärisch dichten Aufnahmen zu diesem Bericht stammen, diesem paradiesischen Motiv-Pool mit Respekt, Zurückhaltung und dem gebotenen Abstand genähert hat, haben andere weniger Skrupel gezeigt. Im Internet kursieren Aufnahmen von Teils sehr intimen, mit “Mein Schatzi” beginnenden Briefen, Familienalben mit sehr persönlichen Aufnahmen aus glücklichen, unbeschwerten Tagen oder solche aus dem Bad, auf denen neben dem Zahnputzbecher nebst Elmex-Tube auch eine Oberkiefer-Zahnprothese zu sehen ist. Da stellt sich schon die Frage nach gewissen Grenzen und rote Linien. Bei aller verständlichen Neugierde, auch die Privatsphäre von Menschen, die längst tot sind, gilt es zu respektieren. Andererseits ist es schon etwas sonderbar, dass es den Nachkommen, und solche gibt es, offenbar schnurzegal ist, was mit den persönlichen Hinterlassenschaften der Eltern bzw. Großeltern geschieht bzw. dass diese so an die Öffentlichkeit gezerrt werden.

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Die Lexika und Bücher Flurschrank sind noch erstaunlich gut erhalten. Die leere Wein- und Calvadosflasche dürften hingegen von Besuchern zurück gelassen worden sein. Foto: Markus/Ingrid Novak

Und was war mit den Vorbesitzern? Was waren das für Leute? Wo kamen sie her? Was trieb sie um? Natürlich hieß die letzte Bewohnerin nicht “Ann L”, wie es der konstruierte Name der Villa Glauben machen soll, sondern Hildegard mit Vornamen. Sie soll höchstbetagt, 106-jährig, in einem Alten- und Pflegeheim in Reinhardshausen gestorben sein. Anno 2010 hatte sie hier anlässlich ihres 104-jährigen Geburtstages einem Lokalreporter noch ein Interview gegeben.

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Sieht aus, als hätte da jemand einen ziemlich heißen Boogie Woogie drauf geklimpert. Die Tasten sind zum Teil verkohlt. Spuren eines Feuers. Foto: Markus/Ingrid Novak

Erst Sprechstundenhilfe, dann Ehefrau

Ihren späteren Mann, den Urologen Dr. Karl K., hatte sie 1931 in ihrem Elternhause in Bleicherode kennen gelernt. Der Mediziner war dort mit dem Hausarzt der Familie zu Besuch und hielt nach einer Hausdame und Sprechstundenhilfe für seine Praxis, die damals schon in besagter Villa in Bad Wildungen untergebracht war, Ausschau. Drei Monate später war aus der Angestellten eine Ehefrau geworden. Die Informationen, wie viele Kinder beiden geschenkt wurden, sind widersprüchlich. 1936 wurde ein Sohn geboren, der heute als Arzt in Berlin tätig ist. Auch von einer Tochter, die später Selbstmord begangen haben soll, ist die Rede. Doch lässt sich die Existenz einer solchen nicht verifizieren. Auch über das Todesdatum des Dottores gibt es widersprüchliche Angaben. Mehrere Quellen nennen das Jahr 1988, andere datieren den Zeitpunkt seines Ablebens wesentlich früher. Mal soll ihn ein Herzinfarkt dahin gerafft haben, mal ein Verkehrsunfall. Nix Genaues weiß man (noch) nicht.

Vieles bleibt rätselhaft

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Das Schlafzimmer: Die Betten sind gemacht, der Fußboden mit aus den Schränken gerissenen Kleidungsstücken übersäht. Foto: Markus/Ingrid Novak

Die Witwe vermietete die Praxisräume im Untergeschoss anschließend an andere Ärzte, um den darüber liegenden Wohnbereich weiterhin für sich selbst zu nutzen. Hildegard K.H. – sie behielt auch nach der Heirat ihren Mädchennamen bei  -  hat bis mindestens 2006 in dem Haus gelebt. Eine schwere Krankheit und/oder Gebrechlichkeit zwang die Seniorin dann zum Umzug ins Pflegeheim. Die Verlegung dort hin muss ziemlich abrupt erfolgt sein, um nicht zu sagen Hals über Kopf. Alle oder so doch wichtige Zeugnisse ihres vorangegangenen Lebens blieben unangetastet in dem Haus zurück und wurden nie abgeholt. Zum Entzücken der Ruinenromantiker. Offenbar zeigte auch der Sohn, der seine Mutter wiederholt in dem Heim besuchte und mir ihr Ausflüge in die nähere Umgebung unternahm, keinerlei Interesse daran. Merkwürdig. Und warum die Praxisräume, die doch angeblich vermietet waren, ebenso überstürzt aufgegeben wurden, ist ein weiteres Rätsel.  Vielleicht wird es irgendwann gelöst….
Mehr über die Arbeiten der beiden Fotografen hier: http://www.fotocommunity.de/fotograf/markus-novak/1505866 und http://www.fotocommunity.de/fotografin/lady-durchblick/fotos/451290